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Das rosa Sofa

Das rosa Sofa

(Geschichte von Christa Wirth, mit freundlicher Genehmigung der Autorin.)

Es war ein ganz normaler Mittwoch. Svenja holte ihren Sohn vom Kindergarten ab. Schon am Törchen kam er ihr traurig, mit langsamen Schritten entgegen. „Dunja hat mich ausgelacht, ganz doll, gleich heute Morgen, als ich ankam.“ „Ausgelacht?“ wollte seine Mutter wissen, „warum denn das?“ „Ich hatte es doch heute morgen so eilig“, antwortete Alexander, „und da habe ich meinen Pullover wohl falsch rum angezogen und da guckte hinten ein großes Schild raus, da hat sie immer dran gezogen und gelacht.“ „Und da warst Du beleidigt und hilflos und wusstest nicht, was Du machen solltest?“ „Ja, so  war das wohl, dabei, eigentlich mag ich die Dunja gut leiden, sie ist schon sechs und kann sogar schon ein bisschen lesen.“ „Gut“ sagte Svenja“, zu Hause reden wir noch mal in Ruhe darüber.“
Zu Hause angekommen fragte sie Alexander: “Sag mal, kann es denn sein, dass Du heute morgen vergessen hast, Dich auf Dein rosa Sofa zu setzen?“
„Auf mein rosa Sofa?“ fragte Alexander verdutzt? Ach ja, Alexander fiel es jetzt wieder ein, seine Mutter hatte ihm doch geraten, sich morgens erst mal auf das rosa Sofa zu setzen. „Bitte,  erklär mir das noch mal mit dem rosa Sofa, Mama.“
„Also gut. Mit dem rosa Sofa ist das so. Es befindet sich in Deinem Herzen, mittendrin. Du kannst es immer erreichen in Deiner Inneren Welt. Wenn Du nur mal kurz die Augen und Ohren zumachst, bist Du ganz schnell da. Das rosa Sofa ist ganz weich und gemütlich, und da es mitten im Herzen ist, ist es immer umgeben von lauter Liebe. Du kannst Dich also darauf setzen, ganz kuschelig, und ganz viel, viel Liebe in Dich aufnehmen, die Du dann in der Äußeren Welt verteilen kannst. Meistens sitzt man alleine auf dem rosa Sofa, aber es hat auch Platz für zwei, und Du kannst Dir auch jemanden darauf einladen, mit dem Du schon in Deiner Inneren Welt in Liebe baden willst.“ „Baden“? fragte Alexander.
„Ja, weil es so gemütlich und warm und kuschelig ist wie in einer Badewanne, nur schöner.“

„Okay, jetzt weiß  ich es auch wieder, ich vergesse es aber oft, das zu tun, ich denke eher dran, wenn es mir schlecht geht.“ „Ja, das geht vielen Menschen so, glaube ich, und wenn es ihnen gut geht, können sie sich nicht vorstellen, dass es ihnen noch besser, ja himmlisch gut gehen könnte,“ ergänzte Svenja.
Am nächsten Morgen vergaß Alexander nicht das rosa Sofa, er fühlte sich gut gestärkt und hatte sogar seinen Pullover wieder falsch herum an, dieses Mal mit Absicht. Als er in den Kindergarten kam, lachte Dunja wieder, aber dieses Mal lachte Alexander mit und meinte “Ich glaube, das ist jetzt ganz modern.“ Am Freitagmorgen tauchte Dunja mit einem roten und einem blauen Socken im Kindergarten auf: „Ich glaube, das ist jetzt ganz modern“, lachte sie.
Und Alexander setzte sich jetzt jeden Tag auf sein rosa Sofa, wenigstens mal kurz.

 

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